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Biomasse-Heizwerk Heidelberg
Das Klimaschutzkonzept der Stadt Heidelberg räumt der energetischen Nutzung von unbehandelten Resthölzern und der damit erreichbaren Klimaentlastung hohe Priorität ein. Deshalb wurde im Jahre 1995 ein energetisches Nutzungskonzept für diese Resthölzer erstellt. Dieses Konzept hat gezeigt, dass mit dem vorhandenen Holzpotenzial im Gebiet Heidelberg ein Biomasse- Heizwerk mit Nahwärmeverteilung zur Wärmeversorgung von Gebäuden errichtet werden könnte. Im Jahre 1997 wurde mit der UMWELTSCHUTZ UBP AG ein für die Stadt Heidelberg und den Wärmeabnehmern geeigneter Partner gefunden, der als Planer, Investor, Betreiber und Wärmelieferant das Projekt realisierte.
Das Biomasseheizwerk mit einer Leistung von ca. 900 kW versorgt über eine Nahwärmetrasse drei Wärmeabnehmer mit folgenden Wärmebedarfszahlen:
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Wärmeabnehmer
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Anschlussleistung (kW)
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Wärmebedarf (MWh/Jahr)
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Verlagsgebäude
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1.260
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1.800
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Baumschule
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100
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120
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Garten- und Landschaftsbau
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100
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160
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Gesamt
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1.460
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2.080
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Auf dem Gelände der Baumschule wurde das Heizwerk in einer Leichtbauhalle errichtet. Ein installierter Ölkessel übernimmt die Notversorgung bei einem Anlagenausfall. Als Spitzenkessel und zur Redundanz steht weiterhin die mit öl- oder gasbefeuerten Heizkessel des Verlagshauses zur Verfügung.
Das Heizwerk besteht aus folgenden Anlagenkomponenten:
- Unterirdisches Brennstofflager ca. 36 m³
(für ca. 2 Tage Volllastbetrieb)
- Kessel- und Feuerungseinheit
- Dreizug- Rauchrohrkessel
- Vorschubrost- Feuerung
- Rauchgasableitung über
- Multizyklon- Abscheider
- Kamin
- Ventilator
- automatische Steuerung
- Hydraulische Komponenten
- Ölkesseleinheit
Der Betrieb der Anlage läuft vollautomatisch. Die Anlagenüberwachung erfolgt extern über eine installierte Datenfernübertragung. Störmeldungen werden sofort erfasst und zur Behebung entsprechende Maßnahmen über einen Bereitschaftsdienst eingeleitet. Die Investitionskosten incl. Nahwärmenetz belaufen sich auf ca. 1,3 Mio. DM.
Die UBP hat sich für eine Vorschub- Rostfeuerung entschieden. Der Brennstoff wird mittels einer Fördereinrichtung auf die Rostelemente in die Brennkammer gefördert. Darin wird das Holz unter Wärmeeinfluss getrocknet, entgast und unter Zugabe von Primärluft nahezu vollständig verbrannt. Das bei der Entgasung entstandene brennbare Gas wird in eine zweite Kammer geführt und dort nachverbrannt.
Die räumlich gestufte Verbrennung, unterstützt durch modernste Mess- und Regeltechnik, ermöglicht niedrigste Emissionswerte und die sichere Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte. Die anfallende Asche wird dem Kompost beigemischt.
Jährlicher Brennstoffbedarf: ca. 3.200 – 3.600 Sm³ Holzhackschnitzel Herkunft: ca. 90 % aus der Garten- und Landschaftspflege; 10 % aus dem Forst der Stadt Heidelberg Der Brennstoff fällt betriebsbedingt überwiegend in den Monaten Oktober bis März beim Gartenbau, Landschaftsbau und Baumpflege an. Das Holz wird auf dem Betriebsgelände des Garten- und Landschaftsbaus zunächst ungehackt auf Poldern bis zur nächsten Heizperiode gelagert und vorgetrocknet. Während der Heizperiode wird das Holz bedarfsgerecht gehackt und in das Brennstofflager eingebracht.
Die Versorgung der Wärmeverbraucher erfolgt über ein ca. 1.100 m langes Nahwärmenetz bestehend aus starren Kunststoffrohren und Übergabestationen in den einzelnen Gebäuden. Das Netz wird im Vorlauf gleitend mit 95°C-75°C und im Rücklauf mit 65°C betrieben.
Die ursprüngliche Energieversorgung der unterschiedlichen Wärmeabnehmer wurde ausschließlich durch fossile Brennstoffe gedeckt. Durch die Einführung des nachwachsenden und CO2 neutralen Energieträgers Biomasse können im Rahmen dieses Projektes jährlich ca. 410 t CO2 eingespart werden.
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